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,,150 Jahre Friedrich Wilhelm Nordbahn, 1848, Bebra“ e.V.

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Kleine Chronik

Bebra und die Eisenbahn

Die Stadt Bebra hat ca. 16500 Einwohner und liegt in dem hessischen Landkreis Hersfeld-Rotenburg (HEF). Im Jahr 1848 eröffnete die Kurfürst-Friedrich-Wilhelm-Eisenbahn (KFWE) den ersten Abschnitt Guxhagen-Bebra. Bereits 1 Jahr später, am 25. Sept. 1849 wurde die Strecke auf der ganzen Länge von Hümme bei Kassel bis Gerstungen und von dort weiter als Thüringische Landesbahn von Gerstungen bis Eisenach mit Anschluss nach Halle in Betrieb genommen. Damals hatte Bebra ca. 1300 Einwohner. Zum Knotenpunkt wurde Bebra erst, als im Jahr 1866 die Bebra-Hanauer-Eisenbahn über Elm eröffnet wurde. Von Hanau bestand dann Verbindung nach Frankfurt und weiter nach Südwesten, ab Elm wurde 1872 die Verbindung nach Würzburg und somit Anschluss nach Süddeutschland hergestellt.

Personenbahnhof Bebra bei Nacht.

Nach Norden wurde 1875 die Bebra Friedländer-Eisenbahn Richtung Göttingen in Betrieb genommen. Das Inselbahnhofsgebäude wurde ab 1869 gebaut und danach erweitert, da in Bebra viele Reisende umstiegen und mitunter längeren Aufenthalt hatten. Von 1875 bis zur Jahrhundertwende war der Bahnhof geprägt von Erweiterungen. Auf der östlichen Seite entstand bis 1890 das Bahnbetriebswerk Bebra P mit den beiden Lokschuppen und Drehscheiben und auf der westlichen Seite entstand das Bahnbetriebswerk Bebra G mit ebenfalls 2 Lokschuppen mit Drehscheiben.

1880 war die Güterabfertigung errichtet und 1888 erhielt das Bahnhofsgebäude elektrisches Licht. Der Rangierbahnhof wurde ab 1902 aufgebaut und mehrmals erweitert mit Ein-, Ausfahr- und Zerlegungsgleisen. 1906 war der Ablaufberg fertig.

Eine Lok der Baureihe 185 ist gerade von ihrem Zug abgekuppelt worden und rangiert jetzt von der Einfahrgruppe ins BW. Links Außen sieht man das Bergscheitel-Gebäude, an dem die Wagen, die den Berg herunter rollen, kontrolliert werden; in der Bildmitte ist das Ende der 60er Jahre errichtete Ablaufstellwerk Brf zu sehen.

Die sogen. ,,Berliner-Kurve“ wurde 1914 und gleichzeitig auch ein drittes Gleis vom Abzweigbauwerk ,,Fassdorf“ bis zum Hönebacher Tunnel in Betrieb genommen. Damit sollten die sogen. ,,Fliegenden Züge“, SVTs der Relation Frankfurt/M. –Berlin durch nicht mehr nötiges ,,Kopfmachen“ im Bahnhof und ohne Behinderung durch auf der Bergstrecke nach Hönebach langsam fahrende oder liegengebliebene Güterzüge Zeit einsparen und nicht behindert werden.

1924 wurde der Vorbahnhof Bebra-U, nach der ebenfalls neu errichteten großen Umladehalle benannt, in Betrieb genommen. Die Stadt wuchs stetig mit der Bahn und hatte bereits um 1920 ca. 5000 Einwohner.

Am 4. Dez. 1944 gab es einen Bombenangriff, der dem Bahnhof galt aber die Stadt westlich des Bahnhofs traf. Es waren Tote und Verletzte zu beklagen, der Bahnhof wurde kaum in Mitleidenschaft gezogen. Durch die Teilung Deutschlands verlagerten sich die Verkehrsströme mehr in die Nord-Süd-Richtung und die DB nahm die erste ferngesteuerte Gleiswechselanlage in Deutschland von Bebra auf der Rampe nach Cornberg in Betrieb. Ebenfalls 1952 wurde das dritte Gleis nach Hönebach und das zweite Gleis der ,,Berliner Kurve“ zurückgebaut. 1963 wurde der elektrische Fahrbetrieb in Bebra von Fulda kommend bis Hannover aufgenommen, 1966 folgte die Strecke nach Kassel und 1995 die Strecke bis Erfurt.

01 1102 noch als Denkmal auf dem Sockel neben der Bahnhofseinfahrt von Kassel

01 1102 wieder unter Dampf im Bahnhof Bebra

1968 wurde der Rangierbahnhof grundlegend erweitert, wobei das Bahnbetriebswerk G weichen musste und komplett abgerissen wurde und bereits ab 1965 wurde die Technik auf den modernsten Stand gebracht. Ab Sept. 1971 hielten die ICs in Bebra. Durch die Inbetriebnahme der Schnellfahrstrecke Hannover – Würzburg wurde Bebra vom großen Reiseverkehr abgeschnitten. Bereits um 1980 erfuhr der Bahnhof drastische Kürzungen bei Dienststellen und Arbeitsplätzen. 

Hatten während der Dampflokära noch wesentlich über 5000 Eisenbahner eine Anstellung, waren es um 1970 ca. 4000 und 1990 keine 1400 mehr, heute nur noch ca. 500. Ende November 1989 erfuhr der Bahnhof noch einmal einen gewaltigen wenn auch kurzen Aufschwung.

Die Grenzöffnung zur DDR bescherte der Bahn total überfüllte Züge, Sonderzüge wurden eingesetzt, die z.T. zu 500 Prozent überfüllt waren und aus Sicherheitsgründen nur noch mit 10 km/h und beidseitig Dieselloks gefahren wurden. Aus diesem Ereignis ergab sich dann der Ausbau der Strecke von Bebra bis Erfurt für Geschwindigkeiten bis 160 km/h. Im Mai 1995 wurde dann der elektrische Betrieb von Bebra nach Erfurt aufgenommen und gleichzeitig die ,,Berliner Kurve“ nach grundlegender Sanierung reaktiviert – auch elektrisch. Dadurch verlor der Bahnhof seine letzten IC-Halte, die bis dahin auf der Strecke Frankfurt/M. –Erfurt/Dresden in Bebra ,,Kopf gemacht“ hatten. Seitdem hielten nur noch IR-Züge auf der Strecke Ruhrgebiet – Sachsen in Bebra und Regionalverkehrszüge in Nord-Süd- und Ost-West-Richtung, das einzige verbliebene IR-Paar auf der Nord-Süd-Richtung IR ,,Alpenland“ wurde zum Fahrplanwechsel im Mai 1999 gestrichen.

So sieht der derzeitige Nahverkehr um Bebra aus: Blau/Orange/Silberne Triebzüge der Baureihe "Flirt", 427 und 428, vor der Kulisse des Rbf Bebra. Im Vordergrund ist die Berliner Kurve zu sehen, zwischen ihr und den Stellwerk Brf liegt der Ort Weiterode, der von dem "Gleisdreieck" eingekesselt ist.

Zum Winterfahrplan 2002 wurde die IR-Züge auf der Ost-West-Magistrale durch ICs und Neigetechnik- ICEs ersetzt. Seitdem ist Bebra wieder IC- und ICE- Station. Allerdings war zum Fahrplanwechsel im Jahre 2007 wieder Schluss mit den ICE's, sodass die letzten ICE-Züge auf lokbespannte ICs umgestellt wurden. Dagegen hat der Rangierbahnhof wieder an Bedeutung gewonnen, nachdem der Rangierbahnhof Frankfurt/M. weitgehend aufgegeben und der Cargo-Bahnhof Bebra unterstellt wurde. Bebra ist einer von 13 in Deutschland verbliebenen ,,Frachtzentren“. Im Zuge der Modernisierung der Strecke nach Erfurt wurde die Güterzugein- und ausfahrt aus dem Rangierbahnhof Richtung Osten unbedachter Weise abgerissen. Folge: Kali- und Güterzüge, die im Rangierbahnhof zerlegt werden, müssen bis Bebra –U durch den Personenbahnhof, dort umspannen und zurück durch den Personenbahnhof fahren - eine Zeit und Energieverschwendung ersten Ranges! Nach 3 Jahren  wurden die ersten Stimmen laut, die den Neubau einer Ost-Ein- und Ausfahrt zum Rangierbahnhof aus betriebstechnischen Gründen fordern.

Im Winter 2009 erreicht 110 236 mit dem IC 2204 aus Frankfurt Bebra, der letzte in Bebra beginnende und endende Zug.

Bebra war Heimat- BW vieler Lokomotivbaureihen bis 1989, als die letzten E-Loks der Baureihe 150 nach Nürnberg umbeheimatet wurden: bis 1963 Baureihen 01, 01.10, 10, 38, 44, 50, 55, 56, 64, 89, ab 1963 E 40, E 41 und E 50. In letzter Zeit sind die in Nürnberg beheimateten E-Loks der neuen Baureihe 152 in großer Zahl in Bebra vertreten und fahren sogar oft im Blockabstand im Cargoverkehr, aber auch die Baureihe 101, 110, 111, 120, 139, 140, 145, 151, 152, 155, 182, 185, 189 und 232 sind hier täglich zu sehen, sowie zahlreiche Loks von privaten Eisenbahnverkehrsunternehmen.

on 2008 bis 2009 wurde auch eine neue Baureihe in Bebra heimisch: Die Baureihe 181. Die Lok wurde in den 70er-Jahren von Krupp und AEG gebaut, sind 160 Km/h schnell und sind für den Einsatz in Deutschland, Luxemburg, Frankreich, Österreich und der Schweiz vorbereitet bzw. geeignet. Bis 2006 lief die Lok fast ausschließlich auf der Strecke Frankfurt am Main - Koblenz - Trier - Frankreich oder Luxemburg, sowie über Kehl und Straßbourg. 2006 kam dann das Ende dieser Bespannung, da die Züge nun ICE-3 und der TGV fuhr. Dann gab es Ende 2008 den Ersatzverkehr, da alle ICE-T und ICE 3 aus dem Verkehr gezogen wurden, sodass akuter Lokmangel bei der DB im Fernverkehr herrschte. Das war das große Glück für diese Baureihe, die ihr 2. Leben nun beginnt. Einige abgestellte Loks bekamen neue Hauptuntersuchungen im Ausbesserungswerk Dessau und einen größeren Umlaufplan aus im Vorjahr. Unter anderem auch mit dem IC aus Frankfurt nach Bebra, sowie 3 Züge an Freitagen nach Leipzig bzw. Halle, sowie am Sonntag wieder zurück nach Frankfurt.

 

Ende 2008 kam sogar die 181 201, die erste Lok ihrer Serie und zugleich die letzte im originalen, blauen Lack nach Bebra. Leider ist diese Lok mittlerweile abgestellt, sodass nun die 181 211 im ozeanblau-beigen Lack die letzte in ihrem originalen Lack ist.

     Ehemaliges Bahnbetriebswerk Bebra

Der Lokschuppen 1 mit Drehscheibe ist noch in Betrieb, die Drehscheibe wurde kürzlich erst modernisiert und auch die Lokwerkstatt wurde renoviert. Das Stellwerk LN für das BW wurde zum Jahresende stillgelegt .......... außer Betrieb gesetzt. Sämtliche BW-Weichen wurden auf Handbetrieb umgebaut und die alten Rangiersignale außer Betrieb genommen. Die Lokführer müssen nun die Weichen selbst stellen und die Drehscheibe von der Lok aus bedienen. Wieder wurden einige Arbeitstellen dadurch überflüssig. Für den Rest des BWs sieht es momentan nicht so rosig aus.

Unser Verein tritt für den Erhalt des seit 1995 stillgelegten Lokschuppens 2 mit seiner Segmentdrehscheibe und weiterer Gebäude und Anlagen im Bahnhof Bebra ein.

Nachdem der Landeskonservator den Denkmalschutz vom über 120 jährigen Lokschuppen 2 genommen hatte und DB-Imm. das Areal schon zum Abriss ausgeschrieben hatte, hatten wir hilfsuchend eine Petition an den Petitionsausschuss des Hessischen Landtages gerichtet. Deshalb steht der Lokschuppen 2 mit der Segmentdrehscheibe und weitere Gebäude und Anlagen heute noch! Allerdings ist das Dach beim letzten großen Sturm ,,Lothar“ in Mitleidenschaft gezogen worden. Durch ein ca. 15qm großes Loch dringt jetzt Feuchtigkeit ein. DB-Imm. tut nichts dagegen und uns sind die Hände gebunden. Wir würden gerne das Areal für private EVU’s zur Nutzung oder für Museumsfahrzeuge als Unterstand vermitteln, damit dadurch die Gebäude und Anlagen gesichert sind. Hier haben wir zumindest erst einmal Stillstand erreicht.

Inselgebäude bei Nacht.

Den Kampf um das über 120 jährige Heiz- und Kesselhaus mit Schornstein haben wir verloren. Das EBA (Eisenbahn-Bundes-Amt) hat im Januar 2004 dem Auftrag von DB-Cargo stattgegeben, Kesselhaus mit Schornstein und Betriebsstofflagergebäude zwecks Errichtung von Parkplätzen abreisen zu können, obwohl genügend nicht ausgelastete Parkfläche anderweitig zur Verfügung steht. Bis jetzt ist allerdings noch nichts geschehen...

Dabei könnte das ganze historische BW-Areal einmal als ,,Interzonen-Grenzbahnhofmuseum“ genutzt werden. Aber wenn jahrelang keine Bestandsicherung vorgenommen werden kann und Stück für Stück abgerissen wird, ist letztendlich keine Substanz für ein Museum mehr vorhanden. Hier wären auch die ,,Oberen“ bei Bahn, Stadt und Landkreis gefordert.

110 352, eine Münchner Maschine, fährt am Morgen des 31.5.2009 mit einem Sonderzug nach Hannover durch den Bahnhof Bebra.

Anfang 2009 gab es dann endlich eine Neuerung bei den Anlagen des Bahnhofs. Die Stadt Bebra kaufte das Inselsgebäude, sowie sämtliche Gelände um den Bahnhof herum. Kurze Zeit später wurde das alte BW 2 vom größten Bewuchs befreit und eröffnet somit einen mittlerweile ungewohnten Einblick. Derzeit wird noch nach einer Lösung für das ein oder andere Gebäude gesucht, die Frist beträgt 2 Jahre.

41 1144 am 31.5.2009 hinter dem freigeschnittenen BW 2

Zuvor sah es dort noch so aus:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Interessengemeinschaft ,,150 Jahre Friedrich Wilhelm Nordbahn, 1848, Bebra“ e.V.
E-Mail: Eisenbahnverein-Bebra@t-online.de


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Stand: 29. November 2012